Nach Angaben des Sozialverbandes VdK sind 30 Prozent der alleinstehenden Rentnerinnen von Altersarmut betroffen. Kindererziehung und schlecht bezahlte Teilzeitjobs sind nur einige der Gründe für diese bundesdeutsche Misere.
Die beschlossene Rentenerhöhung von 1,1 Prozent hilft diesen Frauen auch nicht viel; die meisten von ihnen sind gezwungen in Läden der Caritas oder ähnlichen Einrichtungen bereits abgelaufene Nahrungsmittel zu kaufen, weil das wenige Geld sonst nicht bis zum Monatsende reicht. Sie reihen sich dort in eine Schlange mit Hartz-IV-Empfängern, Asylbewerbern und Obdachlosen.
Nach jüngsten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung bekommen die Männer in den alten Bundesländern im Schnitt 969 Euro Rente monatlich, die Frauen dagegen nur 465 Euro. Fast 37 Prozent der Seniorinnen haben zudem nur eine Rente von maximal 300 Euro zur Verfügung. Es gibt zwar auch Frauen, die eine private Zusatzversicherung abgeschlossen haben, doch bei der derzeitigen Rentnergeneration ist dies ein eher seltener Fall.
Die Probleme rühren vom Familienidyll der letzten Jahrzehnte her: Die Frau arbeitet ein Paar Jahre, heiratet, bekommt Kinder, zieht diese zu Hause groß, kümmert sich um Familie und Haushalt, geht wenn die Kinder groß sind noch ein wenig teilzeit arbeiten und hat schließlich einen Rentenanspruch, der kaum noch erwähnenswert ist.
Siegfried Stresig, Bundesgeschäftsführer vom Deutschen Familienverband kritisiert die “Ausbeutung der Kindererziehenden”. Die Organisation kämpft seit Jahren darum, dass die Rentenversicherung 6 Jahre für die Kindererziehung einberechnet. Bislang sind es nur 3 Jahre und für Eltern, deren Kinder vor 1992 geboren sind, nur ein einziges Jahr. Des weitern tragen die oft viel schlechter bezahlten Jobs der Frauen zu dem Unglück bei - nach VdK-Angaben verdienen die Frauen im Schnitt 20 Prozent weniger als die Männer. Und das liegt nicht etwa an einer generell schlechteren Ausbildung - es ist schließlich weithin bekannt, dass eine arbeitende Frau oft mit einem drastisch niedrigeren Lohn als ein Mann in der selben Position rechnen muss.
Das Ergebnis am Ende der Lebensarbeitszeit ist eine Rente in Höhe der Grundsicherung, eine Rente auf Hartz-IV-Niveau. Der VdK warnt weiterhin davor, dass auch junge Frauen heute, die keinen Job oder keinen entsprechend bezahlten Job finden, später einmal in dieser Frauen-Armut landen können. Solange die Politik keine Auswege findet, ist die einzige Alternative eine zusätzliche private Altersvorsorge, die vor allen Eventualitäten schützt.
(Quelle: ddp)
